Messung
Warum zählt Analytics weniger Besucher?
Diese Frage kommt nach fast jeder Kampagne, und sie ist berechtigt: Die Statistik zeigt 10.000 Besucher, Google Analytics zeigt 6.000. Wer hat sich verrechnet? Niemand. Die beiden Systeme messen an unterschiedlichen Stellen, und dazwischen geht zwangsläufig etwas verloren. Das ist keine Eigenheit von Kampagnen-Traffic — es betrifft jede Besucherquelle, nur fällt es hier auf, weil du eine Vergleichszahl hast.
Der Kern: zwei verschiedene Messpunkte
Die Kampagnenstatistik zählt am Netzwerk — also dort, wo der Besucher zu dir geschickt wird. Analytics zählt erst, wenn im Browser des Besuchers ein JavaScript ausgeführt wurde. Zwischen diesen beiden Punkten liegen mehrere Hürden, an denen die Analytics-Zählung ausfällt, der Besuch aber trotzdem stattgefunden hat.
1. Das Einwilligungsbanner
Der mit Abstand größte Posten. Seit DSGVO und § 25 TTDSG darf Analytics erst laden, wenn der Besucher zugestimmt hat. Wer wegklickt, ablehnt oder das Banner ignoriert, wird nie gezählt. Je nach Gestaltung des Banners fehlen dadurch 20 bis 60 Prozent.
2. Werbeblocker
Ein erheblicher Teil der Nutzer surft mit Blocker, und der blockiert Analytics zuverlässig. Der Besuch findet statt, die Messung nicht.
3. Abbruch vor dem Laden
Das Messskript lädt oft erst am Seitenende. Wer vorher wegklickt, wird nicht erfasst — obwohl er da war.
4. Weiterleitungen
Zeigt deine Ziel-URL zuerst auf eine Adresse, die weiterleitet — etwa von http auf https oder von der Domain ohne www auf die mit — geht bei jedem Schritt Information verloren. Am Ende steht der Besuch in Analytics als „direkt“ statt als Kampagne, oder gar nicht.
5. Verschiedene Definitionen
Analytics zählt Sitzungen und Nutzer, die Kampagnenstatistik zählt gewertete Kontakte. Ein Nutzer, der zweimal kommt, ist in Analytics ein Nutzer mit zwei Sitzungen — in der Kampagnenstatistik hängt es an der Reloadsperre, ob er einmal oder zweimal zählt.
6. Technische Ausfälle
Kein JavaScript, veralteter Browser, fehlerhafte Einbindung des Messcodes, Fehler auf der Seite, der das Skript stoppt. Alles selten — in der Summe aber messbar.
Wie du sinnvoll gegenprüfst
Wenn du wissen willst, wie viele Aufrufe wirklich ankamen, sieh in die Serverprotokolle deines Hosters. Die zählen jeden Aufruf, unabhängig von Einwilligung, Blockern und Skripten — und liegen deshalb deutlich näher an der Kampagnenstatistik als Analytics.
Für die Bewertung der Kampagne ist ohnehin nicht die absolute Zahl entscheidend, sondern der Verlauf: Vergleiche denselben Zeitraum vor und während der Kampagne im selben System. Der Unterschied ist die Wirkung — unabhängig davon, wie viel beide Systeme grundsätzlich unterschätzen.
Kurz zusammengefasst
- Eine Abweichung ist normal, keine Fehlfunktion
- Größter Einzelgrund: das Einwilligungsbanner
- Serverprotokolle sind der belastbarste Gegencheck
- Aussagekräftig ist der Vorher-Nachher-Vergleich im selben System
Häufig gefragt
Fragen zur Messung
Wie groß ist der Unterschied normalerweise?
Welche Zahl ist denn nun richtig?
Kann ich die Kampagne selbst nachprüfen?
Was ist, wenn Analytics fast nichts anzeigt?
Verfälschen Werbeblocker die Zahlen?
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Deine Zahlen im Abgleich.
Zu jeder Kampagne gehört ein StatistikLink — damit siehst du unsere Zählung neben deiner. Weichen sie stärker ab als erwartet, sehen wir uns das gemeinsam an.